"Fairness bringt allen etwas."

Gemeinsam die Verantwortung tragen

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Die Züchtungsziele sind vielseitig. Neben Qualitätsverbesserung werden optimierte Resistenzeigenschaften gegen Stressfaktoren, wie Schädlinge, Pilze, Viren oder gegen witterungsbedingte Extreme wie Trockenheit im Frühjahr oder viel Regen im Sommer angestrebt. Natürlich ist auch die Ertragssteigerung ein zentrales Zuchtziel.

 

Nehmen wir den Weizen als Beispiel: Bei Weizen konnte sorgfältige Züchtung über Jahre hinweg die Qualität so verbessern, dass Deutschland vom Nettoimporteur zum Exporteur von Backweizen aufgestiegen ist. Weizen ist in Deutschland eine der wichtigsten Feldfrüchte. Der derzeitige durchschnittliche Ertragsfortschritt von ca. 0,3 Prozent ist zwar beachtlich, jedoch im Vergleich zu Hybridkulturen, die 1,5 bis 2 Prozent vorweisen können, ausbaufähig, um die prognostizierte steigende Nachfrage nach agrarischen Rohstoffen decken zu können.

 

Die Züchter arbeiten intensiv daran, den Ertragsfortschritt zu verbessern. Die Rahmenbedingungen sind aber schwierig, denn es stehen nur begrenzte Mittel für die Forschung und Entwicklung bereit. Neben veränderten Ackerbaumaßnahmen und verstärkt auftretenden Witterungsextremen nennen Experten unvollständige Einnahmen aus dem Markt als Grund dafür, dass Selbstbefruchterzüchtung nicht die gleichen Ertragsfortschritte wie Hybridzüchtung erzielt. Die unvollständigen Einnahmen bei dem Bereich Nachbau sorgen in der Tat für dramatische Einbußen.

 

Einige Landwirte kopieren die Erfindung der Züchter ohne ehrlich zu bezahlen. Das führt dazu, dass von einem Hektar Nachbau nicht 50 Prozent, sondern deutlich weniger Mittel für die Züchtung zur Verfügung stehen als von einem Hektar, der mit Z-Saatgut bestellt wird. Der unbezahlte Nachbau ist kein Kavaliersdelikt. Für den Züchter, der im Schnitt zehn bis 15 Jahre und ein bis zwei Millionen Euro pro Sorte in die Sortenentwicklung steckt, ist das dramatisch.

 

Auch der Schwarzhandel, z. B. Aussaat von Erntegut des Nachbarbetriebs, ist nicht nur illegal, er hat auch fatale Konsequenzen für die Landwirtschaft: Wenn auf Dauer zu wenig Z-Saatgut gekauft und Nachbaugebühren nicht vollständig entrichtet werden, müssen die Züchter irgendwann ihre Züchtungsinvestitionen reduzieren und der Ertragsfortschritt bleibt aus.

 

Woher also soll Fortschritt bei Selbstbefruchtern kommen, wenn nicht aus den Lizenzgebühren für Z-Saatgut und den Nachbaugebühren? Verantwortungsbewusstes und faires Handeln sind die Eckpfeiler erfolgreichen Wirtschaftens und die Grundlage für Fortschritt. Fairness bringt allen etwas.

 

 

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