Ihre Nachbaugebühren investieren wir in Forschung und Entwicklung

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Die vielfältige Pflanzenzüchtung in Deutschland ist leistungsfähig und innovativ. Damit das so bleibt, sind die Pflanzenzüchter auf eine gerechte und praktikable Nachbauregelung zur Refinanzierung ihrer Investitionen angewiesen. Nur so können die Unternehmen weiterhin Innovationen in Form neuer Sorten hervorbringen. Die Entwicklung einer Pflanzensorte dauert ca. fünfzehn Jahre und kostet ein bis zwei Millionen Euro. Diese Kosten müssen kompensiert werden. Innovationen zeichnen Deutschland und seine Wirtschaft aus. Sie sind Garanten für Wachstum und Wohlstand unserer Bevölkerung. Dies gilt insbesondere für die mittelständisch geprägte Pflanzenzüchtung, die infolge ihrer langen Tradition und ihrer exzellenten Sorten international hoch angesehen ist. Saatgut verbesserter Sorten trägt direkt zu kontinuierlichem Ertragsfortschritt der Landwirtschaft bei.

 

Der Schutz geistigen Eigentums hat in Europa und besonders in Deutschland einen hohen gesellschaftlichen Wert. Was das Urheberrecht bei Musik, Videos und Computerprogrammen ist, ist der „Sortenschutz“ in der Pflanzenzüchtung. Der sogenannte Nachbau (Einsatz der eigenen Ernte zur Wiederaussaat im eigenen Betrieb) ist eine solche Kopie des geistigen Eigentums des Züchters. Auch in der Landwirtschaft sind Kopien von Saat- bzw. Pflanzgut ohne die Zahlung von Gebühren gesetzlich verboten, aber dennoch verbreitet. Handwerkliche Fehler in der Gesetzgebung und Auslegung nutzen einige Landwirte, um sich diesem System zu entziehen. Das ursprüngliche Ziel, den Erfinder für seine Leistung zu entlohnen und ihn zu motivieren, weiterhin Entwicklungsarbeit zu leisten, wird somit verfehlt.

 

Privatwirtschaftliche Züchtung sorgt für Artenvielfalt

Ein Viertel der traditionellen Züchtungsbetriebe musste in den letzten fünfzehn Jahren bereits aufgeben. Ein Blick über den Tellerrand zeigt, welche Folgen ein unzureichender Sortenschutz haben kann. In den USA ist die privatwirtschaftliche Züchtung der selbstbefruchtenden Kulturarten (z. B. Weizen und Gerste) quasi zum Erliegen gekommen. Die Folge sind stagnierende Erträge und fehlendes privatwirtschaftliches Engagement bei diesen Kulturarten. Deutsche Pflanzenzüchtung steht für Artenvielfalt. Die Branche entwickelt neben „Hochleistungssorten“ eben auch wirtschaftlich unbedeutendere, aber für den Erhalt einer zukunftsfähigen Landwirtschaft wichtige Nischenprodukte. Nur über die Entrichtung der im Kaufpreis von Z-Saatgut enthaltenen Z-Lizenzgebühr bzw. die Bezahlung der Nachbaugebühren kann Pflanzenzüchtung die für eine wettbewerbsfähige Landwirtschaft erforderliche Sortenvielfalt bereitstellen.

 

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