"Keine Rechte ohne Pflichten, sonst steht der Züchtungsfortschritt auf dem Spiel."

Das Recht auf Nachbau auf dem eigenen Betrieb bringt die Pflicht mit sich, Nachbaugebühren zu zahlen

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Saatgut ist ein anspruchsvolles und hochwertiges Produkt. Deswegen sind der Handel mit Saatgut sowie die Aufbereitung und die Verwendung von Nachbausaatgut von einer Vielzahl rechtlicher Vorgaben geprägt. Das Saatgutverkehrs- und das Sortenschutzgesetz sind darauf ausgelegt, den Handel mit Saatgut zu fairen Bedingungen zu ermöglichen und einen Anreiz zu schaffen, in die Forschung und Entwicklung zu investieren.

 

Beispielsweise dürfen Hybriden und synthetische Sorten daher gar nicht nachgebaut werden. Dafür darf jeder Landwirt bei bestimmten Getreidekulturen und Kartoffelsorten das auf dem eigenen Betrieb (!) erzeugte Erntegut nachbauen, und jeder Züchter darf dafür im Gegenzug Gebühren für den getätigten Nachbau erheben. Davon ausgenommen sind Kleinlandwirte.

  

Man sollte meinen: Die Züchtung ist finanziert und der Züchtungsfortschritt garantiert. Die Wirklichkeit sieht allerdings anders aus: Beim Weizen beispielsweise kauft ein Landwirt durchschnittlich nur alle 2,5 Jahre das Saatgut neu ein. Der Züchter erhält daher nur alle 2,5 Jahre die vollständigen Z-Lizenzgebühren. Einige Landwirte versuchen, sich über die gesetzlichen Vorschriften hinwegzusetzen und keine Gebühren für ihren Nachbau zu entrichten. Damit riskieren sie im Nachgang eine Rechnung in Höhe der vierfachen Z-Lizenzgebühr. Neben dem eigenen wirtschaftlichen Erfolg setzten sie den kontinuierlichen Züchtungsfortschritt aufs Spiel. Denn die Züchtungsunternehmen müssen ihre Investitionen in Forschung und Entwicklung zurückfahren, wenn Landwirte die Züchtungsleistung, von der sie profitieren, nicht entlohnen.

 

 

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