Leistungsstarke Sorten für die Landwirtschaft

DruckversionPDF-Version

Landwirte investieren viel Arbeit und Zeit in ihre Betriebe. Gleiches leisten die Pflanzenzüchter. Denn bereits heute entwickeln sie Sorten, die den Anforderungen der Zukunft genügen müssen und frühestens in zehn Jahren in der Landwirtschaft verwendet werden. Jede Investition in die Pflanzenzüchtung – über Z-Lizenzen oder über Nachbaugebühren – ist eine Investition in die Sorte von morgen.

 

Fortschritt durch Forschung muss finanziert werden

In Deutschland fehlen der Züchtung ca. vier Mio. EUR Nachbaugebühren bei Getreide und ca. zehn Mio. EUR bei Kartoffeln. Ein Forschungsprojekt mittleren Umfangs über die Dauer von drei Jahren z.B. in der Forschung kostet im Durchschnitt 250.000 EUR. Man kann sich leicht ausrechnen, wie viele Projekte in der Forschung durchgeführt werden könnten, wenn die Nachbaugebühren vollständig angegeben und entrichtet würden. Die finanziellen Mittel für Forschung und Züchtung sind derzeit nicht ausreichend, besonders bei kleineren Kulturarten.

Forschung für leistungsstarke Sorten

Die Forschungs- und Entwicklungsquote (F&E-Quote) in den Pflanzenzüchtungsunternehmen beträgt im Durchschnitt 16,1 %. Das bedeutet, dass 16,1 % des Aufwandes für Innovationen und Forschungszwecke ausgegeben werden. Das ist sehr hoch im Vergleich zu anderen Branchen (z.B. Pharmaindustrie in Deutschland 2010 ca. 8 %) Mit der Zahlung von Lizenzgebühren entscheiden Landwirte selber, wie viel Kapital sie in Zuchtfortschritt und somit in ihre eigene Wettbewerbsfähigkeit investieren.

Forschung und Praxis

Die Pflanzenzüchter haben 1908 den gemeinnützigen Verein Gemeinschaft zur Förderung der privaten deutschen Pflanzenzüchtung (GFP) e. V. gegründet, da sie bereits früh erkannten, dass Forschung koordiniert und effizient vernetzt werden muss. Die GFP begleitet die Projekte und sichert deren Effizienz und Erfolg bis hin zur Nutzung der Ergebnisse aus der Gemeinschaftsforschung in der privaten Pflanzenzüchtung. Die Pflanzenzüchtungsunternehmen leisten selbst beachtliche finanzielle Beiträge, stellen Fachleute für die Gremien und beteiligen sich durch eigene Forschungsarbeiten. Sie stellen unter anderem ihre Labore, Zuchtgärten und Gewächshäuser für Projekte zur Verfügung. Die Pflanzenzüchter trugen 2012 ca. 1,68 Mio. EUR in Form von monetären Beiträgen, begleitenden Feldversuchen und die Übernahme von Labor- und Gewächshausarbeiten bei. Die eigentliche Züchtungsarbeit und Sortenentwicklung basiert auf den Ergebnissen dieser Forschungsprojekte. Anschließend werden ihre Ergebnisse in der Sortenentwicklung genutzt. Bis zur Marktreife entstehen im Durchschnitt Kosten in Höhe von 1,5 – 2 Mio. EUR je Sorte.

 

Zum vorherigen Statement

 

Zum nächsten Statement