Sortenleistung von Weizen steigt jährlich um über 30 Kilogramm pro Hektar

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Ihre Investition in den Züchtungserfolg sichert Ihren Ertrag

Mehr als 30 % des zwischen 1966 und 2007 in der landwirtschaftlichen Praxis bei Winterweizen erzielten Ertragszuwachses in Deutschland ist auf eine verbesserte Sortenleistung zurückzuführen. Dafür haben Züchter viel investiert – auch durch Nachbaugebühren fließt ein Teil dieser Investitionen zurück.

 

 

Wissenschaftliche Untersuchung des Ertragspotenzials

Wegen der in der Praxis stagnierenden Erträge bei Weizen wurden in einem Forschungsprojekt der Universität Gießen 90 Sorten aus den vergangenen 40 Jahren direkt verglichen. Das Ergebnis: Die Sortenleistung steigt bisher noch kontinuierlich an. Es finden sich keine statistisch abgesicherten Hinweise darauf, dass die schwächere Ertragsentwicklung auf fehlenden Züchtungsfortschritt zurückzuführen ist. Deutschland ist ein Land mit begrenzter Flächenausstattung, wie fast alle Länder Mitteleuropas. Die immer engeren Fruchtfolgen, der Anbau von Weizen auch auf schwächeren Standorten und die Witterungsänderungen im Zuge des Klimawandels werden neben einem möglichen Rückgang des Züchtungsfortschritts als Ursachen der stagnierenden landwirtschaftlichen Erträge bei Winterweizen diskutiert.

Verbesserung bei Krankheitsresistenzen

Die Anfälligkeit gegenüber Krankheiten ist bei den aktuellen Sorten zum Teil deutlich reduziert. Die Mehltauresistenz der neuen Sorten ist durchschnittlich fast drei Boniturnoten besser als die der alten Sorten. Auch die Resistenz gegenüber Braunrost und Blattseptoria ist im aktuell zugelassenen Sortiment deutlich höher als bei den alten Sorten.

Resultat züchterischer Arbeit

Mehr als 30 % des zwischen 1966 und 2007 in der landwirtschaftlichen Praxis bei Winterweizen erzielten Ertragszuwachses in Deutschland ist auf eine verbesserte Sortenleistung zurückzuführen. Gleichzeitig geben die Versuchsergebnisse keine Hinweise darauf, dass die in jüngerer Zeit beobachtete Stagnation der Winterweizen-Erträge bereits auf das Erreichen eines genetisch bedingten Limits zurückzuführen wäre. Die im Forschungsprojekt belegte Verbesserung der Sortenleistung ist das Resultat intensiver züchterischer Arbeit.

Die deutsche Landwirtschaft ist im Weizenanbau wettbewerbsfähig. Dies beruht im Wesentlichen auf der Überlegenheit des Ertragsniveaus der verfügbaren Sorten. Dank züchterischer Bemühungen ist nach wie vor eine Ertragssteigerung zu verzeichnen, trotz der Einbeziehung von ertragsschwachen Flächen in die Produktion, die den Ertragsdurchschnitt senken. Damit das so bleibt, brauchen wir auch zukünftig einen kontinuierlich hohen Zuchtfortschritt. Dieser lässt sich nur erreichen, wenn leistungsstarke Züchtungsunternehmen weiterhin standortgerechte und ertragsstarke Sorten entwickeln. Die Entwicklung erfordert enormen Aufwand, der refinanziert werden muss. Für Landwirte und Pflanzenzüchter gilt: Es muss sich lohnen.

Übrigens …

Die Nachbaugebühr für Weizen beträgt je nach Aufbereitungskosten in Abhängigkeit von der Nachbaufläche ca.
fünf bis zehn % der Saatgutkosten, oder umgerechnet auf die Betriebsmittelkosten ca. 2 % je Hektar. Im Durchschnitt kostet der Nachbau ca. 5 EUR Lizenzgebühr je Hektar.

 

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